Wie entsteht Blütenhonig?

Bienen produzieren erst dann Honig, wenn genügend Honigtau oder Nektar zur Verfügung steht. Ist der laufende Bedarf zur Ernährung der Bienen und Aufzucht ihrer Brut gedeckt, wird der restliche Nektar zur Herstellung von Honig verwendet. Honig ist somit der Vorrat beziehungsweise die Nahrungsreserve des Bienenvolkes.

Pflanzen tauschen Nektar gegen Bestäubung

Pflanzen an sich verwenden ihren Siebröhrensaft dazu, um lebensnotwendigen Stoffe zu transportieren. Dieser Saft wird von Blütenpflanzen als Nektar ausgeschieden und lockt Bienen beziehungsweise Insekten an. Dieser Prozess ist für Pflanzen essenziell, da Insekten zur Bestäubung benötigt werden. Als Gegenleistung erhalten Bienen den Blütennektar, um letztendlich Honig als Nahrung und Vorrat herzustellen. Nur so lässt sich das Überleben des Bienenvolkes im Winter sichern.

Diese Art Honig wird als Blütenhonig bezeichnet. Je nach Pflanzenart verfügt der Honig über individuelle Eigenschaften. So behält zum Beispiel Akazienhonig seine Fließfähigkeit und besitzt eine sehr helle Färbung. Andere sortenreine Varianten wie beispielsweise Rapshonig besitzen eine feste Konsistenz. Auch Duft und Geschmack sind unterschiedlich.

Waldhonig aus Honigtau

Bienen produzieren ihre Nahrung auch aus dem sogenannten Honigtau. Letzterer wird als Siebröhrensaft bezeichnet und von Nadel- und Laubbäumen ausgeschieden und anschließend beispielsweise von Blattläusen oder ähnlichen Insekten aufgenommen. Der größte Anteil wird von diesen Tieren wieder ausgeschieden und von Bienen gesammelt. Daraus erzeugen die fleißigen Bienen ihren Honig. Das Produkt wird Waldhonig genannt und verfügt über einen hohen Anteil von Enzymen und Mineralstoffen. Waldhonig besitzt eine dunkle Farbe und bleibt normalerweise flüssig.

So produzieren Bienen wertvollen Honig

Das alleinige Sammeln von Honigtau oder Blütennektar reicht allerdings nicht aus. Um goldenen Honig zu produzieren bedarf es weiterer Schritte. Bienen saugen das Rohmaterial mithilfe ihres Rüssels auf. Der wertvolle Saft gelangt durch die Speiseröhre zum Honigmagen beziehungsweise der Honigblase. Ist die Biene daheim im Bienenstock, wird der Honigblaseninhalt an die sogenannten Stockbienen weitergegeben. Diese liefern den zuckerhaltigen Saft danach bei Bienen im Innern des Bienenstocks ab.

Bei jedem Aufsaugen und Abgeben wird der Saft mit Eiweißen, Enzymen und Säuren sowie weiteren Stoffen der anderen Bienen angereichert. Dieser Prozess verdickt den Saft. Dies ist notwendig, da der Wasseranteil sehr hoch ist, der Zuckersaft würde sonst gären. Bienen reduzieren den Wassergehalt dadurch, dass sie Nektartropfen mehrfach aus ihrem Rüssel herauslaufen lassen und wieder aufsaugen.

Naturbelassener Honig als wertvolle Nahrung

Hat sich der Wassergehalt auf etwa 30 bis 40 Prozent eingependelt, verteilen die Bienen den verdickten Nektar in leere Wabenzellen. Die Waben werden dabei nicht komplett gefüllt, um eine ausreichend große Verdunstungsfläche zu erhalten. Durch intensives Flügel-Fächeln wird die Verdunstung beschleunigt. In Verlauf dieses Prozesses verringert sich der Wassergehalt bis auf 20 Prozent oder noch weniger, der Honig ist nun fertig. Er wird von den Bienen in sogenannten Lagerzellen oberhalb des Brutnestes deponiert und erhält einen luftdichten Wachsdeckel. Diesen Arbeitsschritt nennen Imker Verdeckeln.

Reifer Honig darf laut Deutschem Imkerverband maximal 18 Prozent Wassergehalt aufweisen. Hierzulande ist es nicht erlaubt, dass Honig durch weitere Maßnahmen behandelt wird. Die Gesetze sind außerhalb europäischer Staaten anders. Dort wird Honig unter anderem gefiltert, wodurch die Qualität extrem leidet.

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