Ohne Messgerät ist es fast unmöglich, den Energieverbrauch von Waschmaschinen für einzelne Ladungen zu bestimmen. Mit einem entsprechenden Messgerät lässt sich der Wert jedoch kinderleicht visualisieren. Alles was Sie zum Thema Stromverbrauch von Waschmaschinen wissen müssen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Waschmaschinen werden von den Herstellern in ihren Produktbeschreibungen mit bestimmten Energieeffizienzklassen deklariert, welchen sie aufgrund ihrer energieverbrauchenden Eigenschaften zugewiesen wurden. Handelt es sich um ein Gerät mit der der höchsten Energieeffizienzklasse (A+++), können Verbraucher davon ausgehen, dass die Waschmaschine energiesparend und somit auch umweltschonend läuft. Doch wie sieht eine Messung im Detail aus? Wie viel Strom wird verbraucht, wenn es sich um eine 60-Grad-Wäsche handelt? Wir klären auf.

Kann ich ein einfaches Wattmeter anschließen?

Theoretisch ist das Anschließen natürlich möglich. In der Praxis nützt dies jedoch nicht viel, da nur ungenaue Messwerte abgelesen werden können. Schließlich verbrauchen die Maschinen während des gesamten Waschvorgangs unterschiedliche Mengen an Strom. Das bedeutet, dass Sie ein Messgerät benötigen, welches in der Lage ist, Kilowattstunden (kWh) zu messen und diese entsprechend anzuzeigen. Dafür gibt es Energiekosten-Messgeräte, welche aus der Summe der gemessenen Strömlinge die Kosten in Euro anzeigen.

Natürlich kommt es immer auf das Gerät und die verbaute Technik des Herstellers an, wie viel Strom die Waschmaschine verbraucht. Deshalb ist es auch nicht möglich, hier einen Pauschalwert anzugeben. Konkrete Ergebnisse liefert nur das Messgerät. Eine moderne Waschmaschine mit der Energieeffizienz-Klasse A+++ verbraucht pro Waschgang etwa 19 Cent. Dazu wird lediglich der Preis einer Kilowattstunde (dieser richtet sich nach den Energieversorger) mit dem gesamten Verbrauch einer Waschladung multipliziert. Die Kilowattstunde kostet rund 29 Cent, sodass sich ein Wert von den bereits erwähnten 19 Cent ergibt. Ein Blick auf die weiteren Arbeitsleistungen der Waschmaschine verrät den Energieverbrauch im Detail:

Normales Drehen: etwa 9 Watt
Pumpen / Schnelles Drehen: etwa 80 Watt
Schleudern: etwa 80 Watt
Aufheizen: 2.000 Watt

Nach einem Waschgang von einer Stunde resultiert daraus ein Wert von 0,68 kWh, was für den Geldbeutel eine Belastung von 0,19 EUR bedeutet. Das benötigte Wasser, der Weichspüler und das Waschpulver kosten extra und sind in diesem Preis noch nicht mit inbegriffen. Diese Messergebnisse beziehen sich auf eine Waschtemperatur von 40 Grad. Anders sieht der Stromverbrauch aus, wenn es sich um höher eingestellte Waschtemperaturen handelt. Unterschiede gibt es auch bei der Anzahl der Schleudertouren. Die erwähnten 19 Cent beziehen sich auf eine Einstellung von 1.200 Umdrehungen pro Minute während des Schleudervorgangs. Moderne Waschmaschinen sind durchaus in der Lage auch mit 1.400 Umdrehungen pro Minute zu schleudern. Damit erhöht sich der Energieverbrauch und somit auch die Stromkosten.

Schon gewusst? Selbst wenn die Waschmaschine ausgeschaltet ist, fließt noch Strom durch das Gerät. Im Standby-Modus verbrauchen Geräte mit der höchsten Energieeffizienzklasse rund 0,6 kWh. Ist der Waschvorgang beendet aber das Gerät noch eingeschaltet, werden rund 2,2 Watt verbraucht. Wer sparen will, sollte deshalb nach dem Waschen den Netzstecker ziehen und die Wasserzufuhr abdrehen, um ganz sicherzugehen.

Wie viel kostet eine 60 Grad Wäsche?

Waschmaschinen werden inzwischen so konzipiert, dass diese sparsamer denn je in Erscheinung treten. Moderne Geräte verbrauchen deutlich weniger Strom und Wasser als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Seit 2013 dürfen nur noch hohe Energieeffizienzklassen (mindestens A+) in den Markt eingeführt werden. Der tatsächliche Stromverbrauch richtet sich jedoch nach der eingestellten Waschtemperatur. Wenn wir davon ausgehen, dass eine Temperatur von 60 Grad 100 Prozent Strom verbraucht, dann verbraucht die Maschine bei 30 Grad nur noch 30 Prozent der Energie. Bei 40 Grad beläuft sich der Wert auf 50 Prozent. Werden dann allerdings 90 Grad Waschtemperatur eingestellt, lässt sich ein auf mehr als 150 Prozent gesteigerter Wert ermitteln. Im Durchschnitt verbrauchen moderne Geräte pro Jahr rund 200 Kilowattstunden Strom. Handelt es sich um ein besonders energieeffizientes Gerät, kann der Verbrauch sogar auf 150 kWh pro Jahr reduziert werden. Damit belaufen sich die Jahreskosten auf etwa 40 bis 60 EUR.

Die Frage wie viel kostet eine 60 Grad Wäsche, lässt sich also nicht pauschal beantworten. Hier spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, welche bei der Wertermittlung berücksichtigt werden müssen. Zum einen stellt die Energieeffizienzklasse einen wesentlichen Faktor dar und zum anderen macht die eingestellte Waschtemperatur den Unterschied. Aber auch die gewählte Schleuderzahl beeinflusst den Messwert. Grundsätzlich richten sich die Kosten auch nach den Preisen des jeweiligen Energieversorgers. Ein weiterer beeinflussender Faktor ist die Beladung der Trommel. Ist die Maschine nur zur Hälfte beladen worden, spiegelt sich dies im Energieverbrauch wider.

Was kostet eine 90-Grad-Wäsche?

Die 90-Grad-Wäsche ist dank moderner Vollwaschmittel überflüssig geworden. Dennoch gibt es Gründe, die Maschine hin und wieder im 90-Grad-Programm laufen zu lassen. Insbesondere wenn es darum geht, bestimmte Textilien auszukochen. Beispielsweise wenn Keime und Bakterien im Rahmen von Präventionsmaßnahmen für Allergiker abgetötet werden sollen. Der Waschgang bei 90 Grad kostet rund 30 Cent und ist damit deutlich höher, als im Beispiel der 40-Grad-Wäsche. Doch warum ist das Waschen bei 90 Grad so teuer? Dies liegt am Aufheizvorgang, welcher mehrfach wiederholt wird. Das benötigte Wasser muss immer wieder aufgeheizt werden, um die Waschtemperatur halten zu können. Und das Aufheizen kostet ordentlich Geld.

So lässt sich der Stromverbrauch beim Waschen reduzieren

Dass das Waschen mit der Maschine Geld kostet, dürfte wohl jedem Verbraucher bewusst sein. Wie viel Euro dabei tatsächlich ins Land streichen, wissen allerdings die wenigsten Konsumenten. Erst das Messen mit einem Messgerät visualisiert die tatsächlichen Zahlen und regt viele Verbraucher zum Umdenken an. Deshalb wollen wir Ihnen nachfolgend fünf Tipps vorstellen, wie Sie Ihren Stromverbrauch beim Waschen reduzieren können.

Waschen nur bei niedrigen Temperaturen

Für die meisten Verschmutzungen ist das Waschen bei Temperaturen von 30 bis 40 Grad völlig ausreichend. Die Waschmittel wurden im Laufe der Jahre ständig weiterentwickelt und reinigen unsere Textilien heute besser denn je. Die Kochwäsche hat im Vergleich zur 60-Grad-Wäsche einen doppelt so hohen Stromverbrauch.

Effizientes Waschen steht auf dem Plan

Wichtig ist, dass Sie erst dann eine Maschine starten, wenn Sie genügend Schmutzwäsche gesammelt haben. Eine voll beladene Maschine bedeutet weniger Waschladungen, was sich letztendlich auch im Preis widerspiegelt.

Nutzen Sie Energiespar-Programme

Falls an Ihrem Gerät vorhanden, sollten Sie immer das Energiespar-Programm nutzen. Damit dauert das Waschen zwar deutlich länger, jedoch verbraucht die Waschmaschine auch deutlich weniger Strom und Wasser.

Ein Warmwasseranschluss spart teures Aufheizen

Sie können Strom sparen, wenn Sie einen Warmwasseranschluss nutzen. Ihre Maschine wird damit weniger Zeit und Energie verbrauchen, um das Wasser auf die von Ihnen eingestellte Temperatur aufzuheizen.

Schalten Sie die Waschmaschine aus

Auch wenn Sie nicht gleich nach Beendigung des Waschgangs vorhaben die Maschine zu leeren, sollten Sie diese unmittelbar im Anschluss ausschalten. Schließlich verbraucht auch das aktive Display weiterhin Strom.

Stromfresser abschaffen und neues Gerät anschaffen

Wenn Sie beim Messen feststellen, dass Ihre Waschmaschine ein wahrer Stromfresser ist, bietet es sich an den Kauf einer neuen Maschine in Erwägung zu ziehen. Waschmaschinen und Waschmittel wurden in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt, sodass die Maschinen inzwischen deutlich sparsamer für uns arbeiten können. Mittlerweile muss ein durchschnittlicher Haushalt nur noch ein Drittel der Waschkosten aufbringen, als es noch im Jahr 1973 der Fall war. Zum Vergleich: Ein 15 Jahre altes Gerät verursacht im Gegensatz zu modernen Waschmaschinen rund 75 EUR Mehrkosten im Jahr, wenn es sich um einen klassischen 4-Personen-Haushalt handelt. Moderne Waschmaschinen punkten durch eine höhere Leistung und überzeugen mit einem reduzierten Energieverbrauch. Aus Untersuchungen der Uni Bonn geht hervor, dass ein neueres Gerät im 40-Grad-Programm heute eine Waschleistung erzielt, welche mit 15 Jahre alten Geräten erst bei einer Waschtemperatur von 60 möglich sind. Und damit ist letztendlich ein höherer Energie- und Kostenaufwand verbunden.

Bringen Energiespar-Programme Nachteile mit sich?

Auf dem Markt sind zahlreiche Geräte vertreten, welche von ihren Herstellern mit einem sehr geringen Stromverbrauch beworben werden. Häufig wird dies in den Produktbeschreibungen mit der Auflistung der zur Verfügung stehenden Waschprogramme kommuniziert. Diese Funktionen können sich jedoch als Nachteil erweisen. Nämlich dann, wenn der Wasserverbrauch nicht mehr ausreicht, um alle Waschmittelreste rückstandslos aus der Kleidung zu entfernen.

Kann ich mit einem Trockner Geld beim Waschen sparen?

So irritierend es auch klingen mag aber ja, Sie können Ihre Energiekosten mit einem Wäschtrockner senken. Zumindest in der kalten Jahreszeit, wenn die Wäsche draußen nicht trocknet und stattdessen auf die Heizung oder ins Zimmer gehängt wird und die Feuchtigkeit im Raum mit eingeschalteten Heizkörper reguliert werden muss. Ein guter Wäschetrockner kann Abhilfe schaffen. Doch was macht ein gutes Gerät aus und wie viel kostet mich ein Wäschetrockner?

Wie viel Strom ein Wäschetrockner benötigt, richtet sich nach dem Modell und dessen Alter. Zehn Jahre alte Wäschetrockner verbrauchen im Durchschnitt 4,1 kWh pro Trocknungszyklus. Bei einem Strompreis von 28 Cent und durchschnittlichen 160 Trockungsvorgängen im Jahr belaufen sich die Stromkosten auf über 180 EUR. Moderne Geräte können jedoch höheren Energieeffizienzklassen zugeordnet werden. So, wie es auch bei Waschmaschinen der Fall ist. Ein Gerät mit der Energieeffizienzklasse A+++ produziert somit nur noch 60 bis 70 EUR Stromkosten pro Jahr.

Das aufgeführte Beispiel basiert auf der Leistung eines Trockners, welcher mit Wärmepumpentechnologie ausgestattet wurde. Dabei handelt es sich um die Maschinen mit dem geringsten Verbrauch. Ablufttrockner sind zwar im Rahmen der Anschaffung deutlich günstiger, allerdings zeigt sich die Kostenfalle nach Erhalt der Jahresabrechnung. Ein Trockner mit Abluftfunktion verbraucht pro Durchgang etwa 3,2 bis 3,9 Kilowattstunden. Es geht aber noch teurer: Kondensationstrockner haben den höchsten Energieverbrauch vorzuweisen. Dieser beläuft sich pro Durchgang auf 3,5 bis 4,4 Kilowattstunden.

Warum verbraucht ein Wäschetrockner so viel Strom?

Die Wärme ist der ausschlaggebende Faktor, wenn es um den hohen Stromverbrauch geht. Die Wärme ist erforderlich, um den Textilien die Feuchtigkeit zu entziehen, damit diese trocknen können. Bei einem Ablufttrockner wird die entnommene Feuchtigket durch einen Abluftschlauch geführt, während ein Kondensationstrockner die Feuchtigkeit in einem Behälter auffängt. Richtig sparsam wird es mit einem Kondensationstrockner, welcher mit Wärmepumpentechnologie arbeitet. Diese Geräte entziehen der Luft Energie, welche nicht entweichen kann. Stattdessen wird diese Energie ein weiteres Mal für den Aufheizvorgang verwendet.