Wo sitzt man am besten bei Flugangst?

Endlich Urlaubszeit! Sie haben bereits die Koffer gepackt und verabschieden sich in die wohlverdiente Auszeit? Der Flug ist gebucht und bringt Sie in wenigen Stunden in Ihr Traumland? Obwohl viele den Urlaub kaum erwarten können, beginnt er dennoch oft mit Herzrasen, Schweißausbrüchen oder Atemnot: Laut Statistik leidet jeder dritte Reisende unter Flugangst. Dabei spielt es keine Rolle ob man Gelegenheits- oder Vielflieger ist. Haben auch Sie ein mulmiges Gefühl über den Wolken? Wo sitzt man am besten bei Flugangst? Diese und viele weitere Fragen werden im folgenden Blogbeitrag geklärt.

Woher kommt die Flugangst?

Laut Angaben des Instituts für Demoskopie Allensbach leidet jeder dritte Passagier an einer Flugangst oder sitzt zumindest mit einem mulmigen Gefühl im Flieger. Doch woher kommt diese Angst? Statistisch gesehen ist das Flugzeug das sicherste Verkehrsmittel und weitaus mehr Menschen sterben bei Autounfällen als bei Flugzeugabstürzen. Die Aviophobie gehört zur Gruppe der spezifischen Phobien und tritt relativ häufig auf. Betroffene erleben eine Stressreaktion, wenn Sie im Flugzeug sitzen. Der Stress führt zu einer Überaktivierung des Nervensystems und löst Symptome wie Schweißausbrüche, feuchte Hände, Atemnot, Übelkeit oder Panikattacken aus. Hinzu gesellt sich ein negatives Gedankenkarussell. Aviophobiker stellen sich Fragen wie „Woher kommen diese seltsamen Geräusche?“ oder „Kann ich dem Pilot wirklich vertrauen?“. Die Ursachen für eine Flugangst können sehr vielfältig sein. Ein negativ eingestuftes Flugerlebnis, Höhenangst, Klaustrophobie oder Kontrollverlust können eine Rolle spielen.

Wie kann ich meine Flugangst überwinden?

Sie müssen Ihre Flugangst nicht einfach so hinnehmen. Im Folgenden bekommen Sie einige hilfreiche Tipps, wie Sie Ihre Aviophobie am besten überwinden können.

– Kein Stress vor dem Stress! Für Menschen mit Flugangst ist ein Flug bereits nervenaufreibend genug. Daher ist es umso wichtiger, sich vor dem Flug nicht unnötig mit Stress zu belasten. Packen Sie Ihre Koffer schon am Vortag und organisieren Sie Ihren Transfer zum Airport rechtzeitig. Wer den Check-In früh erledigt und anschließend noch Zeit am Flughafen hat, beginnt die Reise wesentlich entspannter.

– Informieren Sie Ihren Sitznachbarn oder eine/-n Flugbegleiter/-in über Ihre Flugangst! Das kostet zunächst vielleicht Überwindung, dafür fühlen Sie sich jedoch weniger allein. Eingeweihte Personen können Sie ablenken und beruhigen. Allein die Nervosität nicht vor anderen verbergen zu müssen, hilft bereits.

– Akzeptieren Sie Ihre Angst! Ein häufiges Symptom bei Angsterkrankungen und Panikattacken ist die Panik vor der Panik. Betroffene bekommen bereits vor dem Flug Angst vor einer Panikattacke im Flugzeug. Wichtig ist, die eigene Angst zu akzeptieren und nicht zu bekämpfen. Ängste zu leugnen kostet unnötige Energie – Sie sind nervös und das ist vollkommen in Ordnung so!

– Essen Sie etwas vor dem Flug! Ein leerer Magen kann das flaue Gefühl verstärken. Zwar fällt es vielen Menschen schwer bei Nervosität etwas zu sich zu nehmen, allerdings können Sie auch etwas Leichtes wie ein Joghurt oder Obst essen. Achten Sie außerdem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und trinken Sie beruhigende Tees. Koffeinhaltige Getränke sind natürlich tabu, da diese Ihre Nervosität weiter ankurbeln.

– Tiefe Atemzüge und richtiges Sitzen! Alleine durch richtiges Atmen und Sitzen können Sie viel bewirken! Achten Sie darauf, länger aus- als einzuatmen. Auf diese Weise können Panikattacken vermieden werden. Sitzen Sie außerdem gerade und stellen Sie beide Beine fest auf den Boden um eine Erdung zu bewirken. Sie werden sich gleich wohler fühlen!

– Führen Sie Entspannungsübungen durch! Entspannungsübungen sind ein effektives Mittel bei Angsterkrankungen und Panikattacken. Eine einfache und tolle Übung ist folgende: Ziehen Sie die Schultern bis zum Ohr hoch. Halten Sie diese Position für 10 Sekunden und atmen Sie dabei ein. Beim Ausatmen können Sie die Schultern wieder entspannen. Ebenfalls hilfreich ist diese Muskelentspannungsübung: Legen Sie Ihre Hände im Schoß ineinander. Drücken Sie Ihre Hände anschließend ganz fest gegeneinander. Spannen Sie Ihre Gesäßmuskeln gleichzeitig kräftig an und pressen Sie Ihre Fußsohlen fest auf den Boden. Halten Sie diese Spannung für circa 5 Sekunden und lassen Sie danach ruckartig los.

– Unterbrechen Sie negative Gedanken mit der STOPP-Technik! Sie kennen das Gedankenkarussell: Je mehr Gedanken Sie sich über mögliche Szenarien machen, desto ängstlicher und angespannter sind Sie. Sobald Sie ängstliche Gedanken bemerken, sollten Sie daher in Gedanken „STOPP“ zu sich sagen! Wiederholen Sie das STOPP mehrmals hintereinander. Sollte das nicht funktionieren, können Sie sich auch ganz fest in Ihre Hand kneifen. Der kurze Schmerz kann Sie ebenfalls aus Ihren Gedanken reißen.

– Wiederholen Sie bewusst vertrauensvolle Gedanken wie „Fliegen ist sicher.“ „Fliegen ist die sicherste Art des Reisens“. „Die Wahrscheinlichkeit einen Sechser im Lotto zu haben ist höher als ein Flugzeugabsturz“ und so weiter und so fort.

– Malen Sie sich gedanklich eine schöne Situation aus: Träumen Sie sich bereits an Ihr Reiseziel und malen Sie sich aus wie Sie dort am Strand liegen, das beruhigende Rauschen des Meeres wahrnehmen und die Sonne genießen. Malen Sie sich diese Situation so lebhaft wie möglich aus. Natürlich sind auch andere angenehme Phantasiereisen möglich wie: Mit dem Partner kuscheln oder ein Spaziergang durch den Wald.

– Ebenfalls hilfreich ist Ablenkung! Quatschen Sie mit Ihrem Sitznachbarn, lesen Sie ein gutes Buch oder sehen Sie sich einen Film an. Während des Fluges gibt es zahlreiche Möglichkeiten der Ablenkung, die wahre Wunder bewirken können!

– Sollte keiner dieser Tipps helfen, nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch! Besuchen Sie einen Kurs für Aviophobiker an einem Flughafen! Häufig fehlt Betroffenen fundiertes Wissen bezüglich Flugzeug, Technik und Fliegerei. Dieses fehlende Wissen wird oft mit Berichten über Flugzeugabstürze oder Katastrophenfilme aufgefüllt. Das kann die Angst natürlich noch verschlimmern. In einem Seminar gegen Flugangst erfahren Sie mehr über die technischen Details von Flugzeugen, woher welche Geräusche stammen und wie Sie die Angst vor dem Ausgefliefertsein überwinden. Häufig werden auch dramatisch eingestufte Flugerlebnisse verarbeitet. Aufgrund von Turbulenzen und räumlicher Enge stufen viele Passagiere einen Flug als dramatisch ein, obwohl er objektiv betrachtet völlig undramatisch ablief.

Alkohol und Tabletten sind unzuverlässig

Experten raten bei Flugangst besser die Finger von Alkohol und Beruhigungstabletten zu lassen. Diese bekämpfen nämlich nicht die Ursache einer Aviophobie. Jeder reagiert anders auf die Mittel und mit der Zeit kommt es zu einer Toleranzentwicklung. Das bedeutet, dass man immer mehr braucht, um den gleichen Effekt zu erzielen.

Wo sitzt man am besten bei Flugangst?

Wer unter Flugangst leidet, benötigt einen komfortablen Sitzplatz, um Stress abbauen zu können. Sichern Sie sich bereits bei Ihrer Buchung im Reisebüro oder im Internet einen komfortablen und ruhigen Sitzplatz. Sie können auch eine/n Flugbegleiter/in darum bitten, einen anderen Platz für Sie zu finden, falls Sie mit Ihrem nicht zufrieden sind. Das funktioniert natürlich nur, wenn das Flugzeug nicht komplett ausgebucht ist. Doch welche Plätze sind bei Flugangst eigentlich am besten geeignet?

Neben Beinfreiheit und dem statistisch sichersten Platz kommt es vor allem bei einem Langstreckenflug auch auf den ruhigsten Platz an. Je weiter Sie vorne, also vor den Flügeln und Triebwerken, sitzen, desto weniger störende Geräusche und Turbulenzen bekommen Sie mit. Vermeiden Sie die hinteren Reihen, da der Schall nach hinten weggeht und der Lärm sich immer am Ende Flugzeugs konzentriert. Zwar kann auch ein Platz am Notausgang für ein sicheres Gefühl sorgen, allerdings ist es auch hier lauter, da die Türen weniger gedämmt sind.

Ist Ihnen die Lautstärke egal, empfehlen sich die Plätze rund um den Notausgang natürlich, da diese statistisch gesehen am sichersten sind. Im Falle einer Not- oder Bruchlandung ist der Ausgang so schneller erreichbar. Alleine das kann Betroffenen ein Gefühl der Sicherheit und Kontrolle vermitteln. Nun stellt sich noch die Frage, ob ein Platz am Fenster oder am Gang empfehlenswerter ist. Wenn Sie an Höhenangst oder Klaustrophobie leiden, ist ein Sitzplatz am Gang empfehlenswert. Beim Fensterplatz lässt es sich hingegen besser schlafen. Manche Passagiere beruhigt auch der Ausblick über das traumhafte Wolkenmeer.

Wo sitzt man am besten bei Flugangst hängt also von Ihren individuellen Ängsten und Bedürfnissen ab. Generell sollten Sie jedoch einen Sitzplatz weiter vorne oder rund um den Notausgang wählen und die hinteren Reihen meiden.

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