Welche Airbus Modelle gibt es?

Airbus ist zusammen mit Boeing der größte Flugzeugbauer der Welt. Wenn Sie in den Urlaub fliegen oder sich auf eine Geschäftsreise begeben, werden Sie höchstwahrscheinlich in einem Flugzeug einer dieser beiden Hersteller reisen. Doch bei den zahlreichen Familien und Nummerierungen der einzelnen Flugzeugtypen ist es leicht, den Überblick zu verlieren, mit welchem Flugzeug Sie eigentlich fliegen. Der folgende Überblick beantwortet die Frage: Welche Airbus Modelle gibt es?

Insgesamt gibt es 21 unterschiedliche Airbus Modelle. Diese werden von Airbus teilweise in verschiedenen Familien zusammengefasst. Insgesamt sind derzeit rund 12700 Flugzeuge von Airbus im Betrieb. Während die ältesten noch fliegenden Maschinen des Typs A300 aus den 70ern stammen, gehören die neuesten Modelle zu den A320 und A350 Familien.

A220

Die Flugzeugfamilie A220 gehörte ursprünglich zum kanadischen Flugzeugbauer Bombardier. Nachdem Airbus das Programm übernommen hatte, wurde die Bezeichnung des Maschinentyps von Bombardier C Series in Airbus A220 geändert. Der A220 Familie gehören zwei unterschiedliche Flugzeugtypen an. Bei beiden handelt es sich um zweistrahlige Verkehrsflugzeuge in Schmalrumpfbauweise. Die A220-Serie ist die einzige Flugzeugfamilie von Airbus, welche auf 110 bis 160 Passagiere ausgelegt ist.

Die A220-100 ist mit 106 bis 133 Sitzplätzen und einer Länge von 35 Metern die kleinere Variante. Sie stellt die Basisversion der A220-Familie dar und kann bei voller Kapazität eine Entfernung von bis zu 5741 km zurücklegen. Ihr Erstflug fand im September 2013 statt. Derzeit befinden sich 39 Maschinen dieses Typs im Einsatz.

Bei der A220-300 handelt es sich um eine auf 38,7 m verlängerte Version. In ihr haben bis zu 160 Passagiere Platz. Voll beladen kann sie 6112 km weit fliegen. Der Erstflug fand im Februar 2015 statt. Derzeit befinden sich 72 Maschinen dieses Typs im Einsatz, wobei die A220-300 mit 563 Bestellungen deutlich gefragter ist als die kleinere A220-100

A300

Bei ihrem Erstflug im Jahr 1972 war die A300 das erste zweistrahlige Großraumflugzeug der Welt. Sie war zudem das erste gemeinsame Projekt jener Flugzeugwerke, welche heute zum Airbus-Konzern fusioniert sind. Die A300 ist auf Kurz- und Mittelstrecken ausgelegt und hat je nach Variante zwischen 250 und 300 Sitzplätze. Heutzutage ist die A300 aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters als Passagiermaschine weitgehend obsolet geworden. Von den insgesamt 561 hergestellten Exemplaren sind nur noch eine Handvoll Maschinen im Betrieb. Sie werden hauptsächlich als Frachtmaschinen eingesetzt.

Im Laufe der Jahre wurden insgesamt 14 verschiedene Varianten der A300 hergestellt. Von den älteren Versionen sind lediglich die A300 B2 sowie die A300 B4 noch in geringen Stückzahlen aktiv. Sie gehören damit zu den ältesten noch aktiven Airbus-Maschinen überhaupt. Die neueren noch im Einsatz befindlichen Flugzeuge gehören zum Typ A300-600.

Eine besondere Variante ist hierbei die A300B4-600ST, besser bekannt unter der Bezeichnung Beluga. Die Beluga-Flugzeuge werden u. a. von Airbus verwendet, um Tragflächen oder Rümpfe neuer Airbusmodelle zwischen den verschiedenen Fabrikationsstandorten zu transportieren. Weltweit existieren nur fünf Flugzeuge dieses Typs.

A310

Die A310 ist eine weiterentwickelte Variante der A300-Familie mit vergrößerter Reichweite. Das zweistrahlige Großraumflugzeug ist für Mittel -und Langstreckenflüge ausgelegt und kann zwischen 210 und 280 Passagiere bis zu 8050 km weit transportieren. Bei der Herstellung der Maschinen kamen diverse technische Neuerungen zum Einsatz. Im Gegensatz zu älteren Flugzeugen wurde die A310 erstmals zu großen Teilen aus Faserverbundwerkstoffen und nicht aus Metall hergestellt. Der Erstflug fand im April 1982 statt. Von den insgesamt 255 gebauten Flugzeugen sind heute noch 61 Maschinen im Einsatz.

Die A310 existierte in zehn verschiedenen Varianten. Einige davon waren jedoch nur im Rahmen des Umbaus bestehender Maschinen verfügbar. Die Ursprungsvariante A310-220 ist seit 2016 vollständig außer Betrieb. Die weiterentwickelte Variante A310-300 mit erhöhter Reichweite befindet sich auch heute noch im Einsatz.

Neben der zivilen Version wurden hiervon auch eine Reihe militärischer Modelle hergestellt. So werden diverse A310-300-Umbauten von verschiedenen Ländern als Regierungsflugzeige verwendet. Zudem kommen modifizierte Militärvarianten als Transport-, Lazarett- und Tankflugzeuge bei der Bundeswehr zum Einsatz.

A320

Bei der A320-Familie handelt es sich um zweistrahlige Schmalrumpfflugzeuge. Sie wurde als Konkurrenzmodell zur Boeing 737 ausgelegt und sollte Airbus größere Marktanteile in der sogenannten Volumenklasse (Flugzeuge mit 100 bis 200 Sitzen) verschaffen. Wegen der starken Nachfrage seitens der Fluggesellschaften nach Maschinen in diesem Segment, handelt es sich hierbei für die großen Flugzeugbauer um die wichtigste Flugzeugklasse. Der Erstflug der A320 fand im März 1988 statt. Insgesamt wurden bisher 9313 Maschinen aus der A320-Familie in Dienst gestellt. Die überwiegende Zahl davon ist auch heute noch in Betrieb.

Die Basisvariante der A320 verfügt über 180 Sitze und hat eine maximale Reichweite von 6150 km. Mit 4750 Auslieferungen stellt sie den Großteil der A320-Flotte. Mit der A321 und der A319 wurden in der Folgezeit eine verlängerte respektive verkürzte Variante angeboten.

Ab 2010 setzte Airbus ein neues Programm auf, welches eine Modernisierung der drei Varianten vorsah. Diese Versionen wurden in der Folgezeit unter der Bezeichnung A320neo parallel zu den älteren Versionen hergestellt. Im Vergleich zu den älteren Modellen verfügen die Maschinen der neo-Serie u. a. über eine verbesserte Reichweite, eine höhere Nutzlast sowie einen geringeren CO2-Ausstoß. Stand 2020 wurden über 15000 Flugzeuge aus der A320-Familie bestellt, was sie zur mit Abstand erfolgreichsten Serie des Airbus-Konzerns macht.

A330

Der Airbus A330 ist als zweistrahliges Großraumflugzeug für Mittel- und Langstrecken ausgelegt. Sein Erstflug fand im November 1992 statt. Bis heute sind insgesamt 1495 Maschinen aus der A330-Reihe ausgeliefert worden, von welchen derzeit 1440 in Betrieb sind. Die A330 zeichnet sich durch die hohe Spannweite ihrer Tragflächen aus. Diese sind zudem relativ tief am Rumpf angebracht.

Die A330 wird in zwei Hauptvarianten hergestellt, von welchen jeweils eine Reihe von Untervarianten existieren. Die ältere der beiden Hauptversionen ist die A330-300. Sie ist in der Lage bis zu 295 Passagiere in drei Klassen bis zu 10500 km weit zu transportieren. Wird auf eine Einteilung nach Klassen verzichtet, kann sich die Passagierzahl sogar auf bis zu 440 erhöhen. Zudem kommt die A330-300 auch als Frachtflugzeug zum Einsatz. Das Frachtvolumen dieser Variante kann dabei sogar mit der Boeing 747 mithalten. Mit dem A330-700L Beluga XL stellte Airbus zudem im Januar 2020 ein noch größeres Nachfolgemodell zum A300B4-600ST Beluga vor.

Ab 1995 bot Airbus mit dem A330-200 eine um sechs Meter gekürzte Variante mit einer maximalen Passagierkapazität von 256 an. Die Reichweite dieser Variante beträgt ganze 12500 km. Von diesem Modell existieren zudem eine Frachtversion sowie eine Militärversion zur Luftbetankung.

A340

Bei der A340 handelt es sich um das erste vierstrahlige Verkehrsflugzeug, welches von Airbus hergestellt wurde. Der Erstflug des Großraumflugzeugs fand im Oktober 1991 statt. Die A340 wurde für die Langstrecke konzipiert. Die ersten Modelle der Variante A340-300 verfügen über eine Reichweite von 13350 km. Bei eine Aufteilung in drei Klassen können dabei bis zu 295 Passagiere befördert werden. Insgesamt wurden 377 Maschinen der A340-Familie ausgeliefert. Von diesen befinden sich allerdings nur noch 234 im Dienst.

Gleichzeitig mit der Basisversion A340-300 brachte Airbus mit der kürzeren A340-200 eine Version für größere Langstrecken heraus. In seiner verbesserten Variante verfügt dieses Modell über eine Reichweite von 14800 km wobei 261 Passagiere in drei Klassen Platz finden. Bis heute hält die A340-200 den weltweiten Streckenrekord für vierstrahlige Passagierflugzeuge von über 19000 km.

Anfang der 2000er führte Airbus mit der A340-500 eine Ultralangstreckenversion mit einer Reichweite von 16700 km ein. Das 67,90 m lange Flugzeug ist mit größeren Triebwerken von Rolls Royce ausgestattet und verfügt aufgrund seiner enormen Länge über eine Heckkamera, um den Piloten beim Rangieren zu helfen. Mit der A340-600 wurde sogar eine nochmals um 7,50 m längere Variante angeboten. Sämtliche Maschinen des Typs A340-600, welche von der Lufthansa betrieben werden, verfügen zudem über ein zugängliches Unterdeck.

A350

Der Airbus A350 begründet die neueste Flugzeug-Familie im Angebot von Airbus. Das zweistrahlige Langstrecken-Großraumflugzeug weist von allen derzeitigen Modellen den höchsten Anteil an Kohlenstofffaserverbundwerkstoffen auf. Es wurde als Reaktion auf Boeings äußerst erfolgreiche Langstreckenmodelle 777 und 787 ins Leben gerufen. Beide Konkurrenzmodelle vermag der A350 in Sachen Effizienz zu übertreffen. Der Jungfernflug fand im Dezember 2014 statt. Bis jetzt sind 362 Maschinen dieses Typs ausgeliefert worden.

Die A350 wurde ursprünglich in drei verschiedenen Varianten angeboten. Auf Wunsch der Fluggesellschaften, entschied sich Airbus jedoch letztlich nur für die beiden Versionen A350-900 und A350-1000. Die erste Version der 900er Serie bietet 325 Passagieren in einer Drei-Klassen-Aufteilung Platz und verfügt dabei über eine Reichweite von gut 15000 km. Mit dem A350-900ULR bietet Airbus seit 2018 sogar eine Ultralangstreckenvariante mit einer Reichweite von 17960 km an.

Die Variante A350-1000 verfügt über einen sechs Meter längeren Rumpf wodurch sich die Zahl der Passagiere auf 366 erhöht.
Bei Verzicht auf eine Klasseneinteilung ist sogar der Transport von bis zu 440 Passagieren möglich. Die maximale Reichweite dieser Variante beläuft sich auf 15.557 km.

A380

Mit einer maximalen Kapazität von bis zu 853 Passagieren ist die A380 das größte Verkehrsflugzeug der Welt, welches jemals in Serie hergestellt wurde. Bei einer Länge von 72,7 m und einer Flügelspannweite von 79,8 m verfügt die A380 über ein Leergewicht von 275 t. Ihre maximale Reichweite beträgt 15200 km. Im Januar 2005 fand die feierliche Vorstellung des vierstrahligen Großraumflugzeugs vor versammelter Presse und unter Anwesenheit der Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien statt. Der Jungfernflug folgte drei Monate später.

Schwierigkeiten bei Entwicklung und Bau der Maschine sorgten dafür, dass es bei der Auslieferung zu erheblichen Verzögerungen kam. Hiervon betroffen war vor allem die geplante Frachtvariante A380F, was dazu führte, dass Airbus den Bau dieses Modells für unbestimmte Zeit auf Eis legte. Reduzierungen der Bestellungen des Großkunden Emirates veranlassten Airbus 2019 dazu, die Produktion der A380 nach 2021 nicht mehr weiter zu führen. Insgesamt wurden 242 Maschinen dieses Typs ausgeliefert, von welchen 115 von Emirates genutzt werden.

Eine gute Reise

Übrigens: Wie bei allen anderen Flugzeugen auch, verwenden Airbus Modelle den weiblichen Artikel „die“. Laut Hersteller ist jedoch der männliche Artikel immer dann korrekt, wenn Airbus vor dem Flugzeugtypus ausgeschrieben wird. Es heißt also die A380 aber der Airbus A380. Falls Sie sich demnächst auf einem langen Flug in den Urlaub befinden und die Frage, welche Airbus Modelle es gibt, aufkommt, sollten Sie nun über ausreichend Gesprächsstoff verfügen, damit die Zeit wie im Fluge vergeht.

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